Nanotherapie bei Hirntumoren

Nanotherapie
Patient im Magnetwechselfeld-Gerät

Wie die Nanotherapie funktioniert
Die Magnetflüssigkeits-Hyperthermie (MFH) ist ein neuartiges Verfahren zur lokalen Behandlung von bösartigen Hirntumoren. Die Grundlage des Therapieverfahrens bilden eisenoxidhaltige Nanopartikel, die zu Therapiebeginn direkt in den Tumor eingebracht werden. Diesen Eingriff nehme ich im Bundeswehrkrankenhaus Berlin über ein Navigationssystem vor, in Vollnarkose. Die Operation dauert etwa drei Stunden, am folgenden Tag kann der Patient das Bett wieder verlassen. Anschließend wird der Patient in einen Magnetfeldapplikator gelegt, der von der Firma Magforce Technologies AG entwickelt wurde. Das Gerät ähnelt einem Computertomographen und erzeugt ein für den Menschen ungefährliches Magnetwechselfeld, das die im Tumorgewebe befindlichen Nanopartikel in Schwingung versetzt. Durch die Schwingung entsteht Wärme im Tumorgewebe. Je nachdem, wie hoch die erzeugten Temperaturen sind, werden die Tumorzellen entweder direkt zerstört oder für eine begleitende Radio- oder Chemotherapie sensibilisiert.

Animationsfilm über ihre Nano-Krebs®-Therapie
Presseartikel in der Ärztezeitung, Bild am Sonntag, Wirtschaftswoche


Wer für die Nanotherapie in Frage kommt
Für die MFH-Behandlung kommen bösartige Hirntumoren in Betracht, die bereits mit allen gängigen klinischen Methoden – Operation, Biopsie, Bestrahlung und Chemotherapie - erfolglos behandelt wurden. Die MFH ist damit für Hirntumore geeignet, die trotz Behandlung weiter wachsen oder erneut auftreten („Tumorrezidive“).

Behandlungsdauer und Kostenübernahme
Die komplette Behandlung dauert insgesamt etwa vier Wochen. Nach der dreistündigen Operation bleibt der Patient für zwei Wochen in der Klinik. Eine Woche nach dem Eingriff starten Wärmetherapie und Bestrahlung, die in der Strahlenklinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt werden und drei Wochen in Anspruch nehmen. Die Behandlung sieht folgende Zyklen vor: Drei Wochen lang fünf mal wöchentlich eine Bestrahlung plus zwei Mal wöchentlich eine einstündige Wärmbehandlung im Magnetwechselfeld. Eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Kassen kann nur auf Antrag erfolgen.

Wirksamkeit der Nanotherapie
In einer Wirksamkeitsstudie mit 59 Patienten wurde eine Überlebenszeit von 13,4 Monaten nach Behandlung des Tumorrezidivs nachgewiesen. Die Studie finden Sie hier.

Sie können selbst aktiv zum Therapieerfolg beitragen
Eine effektive medizinische Therapie ist die Basis im Kampf gegen den Krebs. Daneben gilt aber auch: Der beste Helfer für unsere Gesundheit ist ein starkes Immunsystem. Psychische Verfassung, Ernährungsweise und Bewegung können unser Abwehrsystem in hohem Maße beeinflussen - das belegen heute immer mehr wissenschaftliche Studien. So gibt es gezielte Ernährungspläne für Tumorpatienten, Sportgruppen und spezielle psychologische Angebote. Ich berate Sie gern in meiner Sprechstunde, wie Sie mit ganzheitlichen Lebensstilmaßnahmen selbst aktiv dazu beitragen können, den Tumor zu bekämpfen.